6 Gründe warum es gut ist “ghörig z’wäg” in Nenzing zu sein

Gesundheit, Klimaschutz, Mikroplastikvermeidung, Lärm, Luftschadstoffe, Bodenverbrauch und Sicherheit: es gibt viele Gründe, warum es sinnvoll ist gesund und klimafreundlich in Nenzing unterwegs zu sein.



Gesundheit

Regelmäßiges Gehen und Radfahren ist gut für die Gesundheit und erhöht die Lebenserwartung um 5-6 Jahre. Also wieso nicht gleich in den Alltag integrieren und Alltagswege zu Fuß und mit dem Rad erledigen?

Bereits durch 20 Minuten Radfahren wird der tägliche Bewegungsbedarf gedeckt. Da 40 % der Autofahrten kürzer als 5 km sind, können diese leicht mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Mit dem E-Bike sind auch weitere Strecken einfach zu absolvieren.

Mit Fahrradanhängern und Lastenanhängern können auch Kinder transportiert werden, sowie größere Einkaufe im Ort erledigt werden.



Klimaschutz

2019 verursachte der Verkehr in Österreich rund 30% der Treibhausgase – davon waren rund 16% alleine vom PKW-Verkehr.

Auch der langfristige Umstieg auf alternative Antriebssysteme wie Elektromotoren oder Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis wird einen großen Energiebedarf zur Folge haben.

Ohne weitreichende Veränderungen in unserem täglichen Mobilitätsverhalten werden die Pariser Klimaziele daher nicht zu erreichen sein.

Besonders die kurzen Strecken sollten daher zukünftig klimafreundlich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden.



Mikroplastik

Autoreifen fahren sich mit der Zeit ab – der Abrieb verschwindet allerdings nicht, sondern landet in Form von Mikroplastik in unserer Natur. Wie viel Mikroplastik dadurch entsteht, wird seit kurzem intensiv erforscht. Erste Studien gehen davon aus, dass in Mitteleuropa pro Person und Jahr rund 1kg Reifenabrieb von PKW’s entsteht. Die kleinen Partikel können auch über den Wind und Wasser in entlegene Regionen gelangen. So konnte Mikroplastik bereits in der Arktis nachgewiesen werden.

Reifenabrieb hat sich als größter Verursacher von Mikroplastik weltweit herausgestellt. Rund die Hälfte des Mikroplastiks im Ozean soll demnach von Reifanabrieb stammen.

Mikroplastik wird auch von Mensch und Tier im Körper aufgenommen. Eine Studie im Auftrag des WWF fand heraus, dass jeder Mensch im Schnitt pro Woche fünf Gramm Mikroplastik aufnimmt. Das entspricht ungefähr dem Gewicht einer Kreditkarte.



Lärm und Luft

Der Lärmpegel an vielbefahrenen Straßen ist sehr hoch und beträgt beispielsweise an der Bahnhofstraße und an der Bundesstraße in Nenzing über den Tag gemittelt 70 db.

Lärm ist eine große Belastung für die Anrainer*innen und kann auch Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit haben.

Zudem verursachen Fahrzeuge, welche mit fossilen Brennstoffen betrieben werden krebserregende bwz. giftige Stoffe wie Kohlenmonoxide, Stickoxide, Schwefeldioxide und Feinstaubpartikel.

Wer Kurzstrecken in der Gemeinde mehr zu Fuß oder mit dem Rad absolviert hilft mit, die Lebensqualität in Nenzing zu steigern.



Bodenverbrauch

Kraftfahrzeuge brauchen auch Platz in Form von Parkflächen. Ein Parkplatz mag klein erscheinen. Wer sich aber einmal bewusst die Zeit nimmt und in der Umgebung schaut, wie viel Parkflächen es gibt, wird feststellen, dass diese in Summe doch große Flächen beanspruchen. Dazu oftmals in den zentralsten Lagen.

Gleichzeitig werden Grünräume und verfügbare Bauflächen immer weniger. Parkflächen sind zudem meist versiegelt, wodurch im Boden darunter praktisch kein Leben mehr möglich ist.

Wenn der motorisierte Individualverkehr sinkt, müssten auch nicht mehr so viele Parkflächen bereit gestellt werden.

Auch gut ausgelastete Carsharing-Systeme können dazu beitragen, den Flächenbedarf zu senken, denn die meisten Autos stehen 95% der Zeit ungenutzt auf einer Abstellfläche. Auch in Nenzing wird demnächst ein Carsharing-Elektroauto von der Gemeinde angeboten, welches bei Bedarf ausgeliehen werden kann.



Sicherheit

Im Jahr 2019 wurden in Österreich 45.140 Menschen durch Verkehrsunfälle verletzt. Die meisten Verletzten sind die Autofahrer*innen selbst. Oft sind aber auch Fußgänger*innen und Radfahrer*innen die Leidtragenden. Kinder und ältere Personen sind dabei am meisten gefährdet.

Am besten wäre es daher, innerhalb des Ortsgebietes wann immer möglich auf das Auto zu verzichten und Nenzing dadurch sicherer zu machen.

Ansonsten sollte beim Autofahren zumindest die Geschwindigkeit auf 30 km/h reduziert werden. Denn beträgt das Tötungsrisiko bei einem Zusammenstoss bei 50 km/h noch 65%, so sinkt es bei 30 km/h auf ca. 10%.


Quellen:

  • VCÖ – Mobilität mit Zukunft; https://www.vcoe.at/
  • Frauenhofer Institut: Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik; https://www.umsicht.fraunhofer.de/content/dam/umsicht/de/dokumente/publikationen/2018/kunststoffe-id-umwelt-konsortialstudie-mikroplastik.pdf
  • Unfallstatistik der Statistik Austria: https://www.statistik.at/web_de/statistiken/energie_umwelt_innovation_mobilitaet/verkehr/strasse/unfaelle_mit_personenschaden/index.html
  • Klimaschutzbericht des Umweltbundesamtes: https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/rep0738.pdf
  • Lärmkarte des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie